1.1 Präambel

1.2 Grundgesamtheit: Quellen

1.3 Grundgesamtheit: Berechnung
1.3.1 Selbständige
1.3.2 Freie Berufe
1.3.3 Leitende Angestellte
1.3.4 Beamte

1.4 Grundgesamtheit: Größenordnungen

1.5 Feldarbeit

1.6 Erhebungsprogramm Hauptstufe

1.7 Aufbereitung und Auswertung
1.7.1 Datei
1.7.2 Recoding
1.7.3 Personengewichtung
1.7.4 Nutzungswahrscheinlichkeiten
1.7.5 Aktualisierungsfusionen

1.1 Präambel [nach oben]

Die LAE 2011 markiert einen weiteren Schritt zur Anpassung an die moderne Forschungsrealität einschließlich der Etablierung eines rollierenden Systems mit jährlicher Berichterstattung. Unverändert bleibt seit der LAE 1975 die Definition der Grundgesamtheit anhand amtlicher Daten, damals noch auf Basis der Volks- und Arbeitsstätten-Zählung 1967, heute auf Grundlage des jeweils aktuellsten Mikrozensus, der Besoldungsstatistik 'Finanzen und Steuern: Personal des Öffentlichen Dienstes' sowie des Unternehmensregisters, über das aggregiert sämtliche in der Bundesrepublik wirtschaftlich tätigen Einheiten analysiert werden können, um letztendlich die Stichprobe der LAE zu verbessern, d.h. an die tatsächlichen Strukturen anzupassen.

Der Mikrozensus ist eine Stichproben-Erhebung – mit entsprechenden Schwankungsbreiten. Für eine detailliertere und 'exaktere' Abschätzung der Potentiale wäre eine neue Volkszählung notwendig. Auch der in diesem Jahr durchgeführte Zensus bleibt neben der Vollerhebung der Gebäude und des Register-Abgleiches der Einwohnermeldeämter eine Stichprobenuntersuchung allerdings auf Basis einer 10%-igen Auswahl verglichen mit der 1%-igen des Mikrozensus. Wann die Ergebnisse zur Verfügung stehen ist noch nicht hinreichend genau bestimmbar (Zeithorizont: 2013).

Zudem wird es zunehmend schwieriger, diese hochmobilen und beruflich stark belasteten Zielgruppen zu befragen. Die für die LAE 2005 beschlossenen Maßnahmen – sowohl C.A.T.I. (= Computer Assisted Telephone Interviewing) als auch C.A.P.I. (= Computer Assisted Personal Interviewing) einzusetzen – wurden ergänzt um C.A.S.I. (= Computer Assisted Self Interviewing) für die Erhebung der Mediennutzung und der Entscheidungskompetenzen. Basis hierfür waren die positiven Erfahrungen mit C.A.S.I. bei der Datenerhebung zur LAE 2007. Ein Vergleich C.A.P.I./ C.A.S.I. und C.A.T.I. ist wegen unterschiedlicher Strukturen nicht möglich. Unter 20% der Befragungen wurden per Telefon durchgeführt.

Die Stichprobe wurde im Hinblick auf die Quoten-Erfüllung täglich Online für alle 3 Feldinstitute überprüft und gegebenenfalls nachgesteuert.

Seit der LAE 2005 werden den Interviewern Adressen von Betriebsstätten für die Rekrutierung von Selbständigen und Leitenden Angestellten vorgegeben. Die Quoten wurden nicht lokal auf den Rechnern gespeichert, sondern in den Feldinstituten verwaltet. Auf jedem Rechner wurden sämtliche den Instituten zugeteilte Adressen verschlüsselt abgelegt. In Abhängigkeit von den 'offenen' Quotenzellen wurden über eine Config-Datei von den Feldeinsatz-Leitungen augewählte Adressen freigeschaltet resp. gesperrt. Dieses Verfahren hat u.a. den Vorteil, sehr flexibel z.B. bei Ausfall eines Interviewers/ Gerätes reagieren zu können. In den meisten Fällen konnten Screening und Hauptinterview in einem Durchgang erhoben werden. In Einzelfällen galt das seit der LAE 2003 bewährte Verfahren der Online-Freigabe oder Ablehnung durch das koordinierende Institut.

Nicht außer acht gelassen werden darf, dass diese Maßnahmen zur Sicherstellung der Zielgruppen-Qualität flankiert werden durch eine 'Entschlackung' der Erhebungsinhalte.

Alle beteiligten Feldinstitute mussten im Übrigen mit einer Software-Plattform sowohl für die C.A.P.I./ C.A.S.I.- als auch die C.A.T.I.-Interviews arbeiten, damit Einflüsse durch unterschiedliche Fragen-Anordnungen, graphischen Aufbau etc. ausgeschlossen werden konnten.

Mit der LAE 2011 wird eine Studie vorgelegt, die weiterhin in der Tradition ihrer Vorgänger steht – aber die modernen Techniken und Informationswege für die Sicherstellung der Zielgruppen-Qualität einbezieht und der Startpunkt für die jährliche Berichterstattung ist.

Der Methodenwechsel zu einer jährlichen Berichterstattung über zwei Erhebungstranchen sowie die Veränderungen in der Struktur der Grundgesamtheit lassen einen direkten Vergleich zwischen den Vorgänger-Studien und der LAE 2011 nicht zu.

1.2 Grundgesamtheit: Quellen [nach oben]

Basis für die Abgrenzung der schmalen Schicht der Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung bilden allein die Daten der amtlichen Statistik.

Ebenso wie die Definition der Wirtschaftszweige werden die Erhebungsbögen bzw. -inhalte für kontinuierliche Untersuchungen wie Mikrozensus innerhalb der EU kompatibilisiert. Für die Definition der Grundgesamtheit der (Leitenden) Angestellten können aus dem Mikrozensus die Größenordnungen nicht mehr in der früher gewohnten Informationstiefe abgeleitet werden. Neben dem monatlichen Nettoeinkommen aus beruflicher Tätigkeit konnten die beiden Hierarchiestufen 'Angestellte mit umfassenden Führungsaufgaben und Entscheidungsbefugnissen' und 'Angestellte mit selbständiger Leistung in verantwortlicher Tätigkeit oder mit begrenzter Verantwortung für andere' für die Abgrenzung herangezogen werden.

Bei der Bestimmung der Grundgesamtheit konnte auf aktuelle Daten zurückgegriffen werden. Spezifische Sonderauswertungen konnten nach Freigabe des Mikrozensus 2009 beim Statistischen Bundesamt abgerufen werden.

Den Mitarbeitern des Statistischen Bundesamtes sei an dieser Stelle herzlich für ihre Kooperation gedankt.

Angestrebt wird bei der Definition der Grundgesamtheit das Ein-Quellen-Prinzip – diese Forderung lässt sich weitgehend über die im Mikrozensus enthaltenen Angaben erfüllen. Notwendig ist eine Ergänzung für Betriebs-, Arbeitsstätten-Größen, weil sie nicht in allen Abstufungen direkt über den Mikrozensus zählbar sind. Hier wurde das Unternehmensregister hinzugezogen. Für den Bereich des Öffentlichen Dienstes – der Höheren Beamten – kann auf die Besoldungs-Statistik (Vollerhebung) zurückgegriffen werden.

Die Grundgesamtheit der LAE 2011 wurde anhand folgender Quellen berechnet:

  • Mikrozensus 2007/ 2009
  • Personal des Öffentlichen Dienstes 2009
  • Unternehmensregister, Stand 30.06.2010 (aktive Unternehmen mit steuerbarem Umsatz und/ oder sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Berichtsjahr 2008)

1.3 Grundgesamtheit: Berechnung [nach oben]

1.3.1 Selbständige [nach oben]

Einbezogen wurden 'Selbständige mit Betrieben ab 6 Beschäftigten'.

Die amtliche Statistik weist für die Selbständigen laut obiger Definition insgesamt

    500.000 Personen

aus.

1.3.2 Freie Berufe [nach oben]

Zur Grundgesamtheit zählen alle freiberuflich Tätigen mit Arbeitgeberfunktion (mindestens 1 zusätzlich Beschäftigter).

Einbezogen wurden die 'klassischen' Freien Berufe in den Bereichen 'Rechts-, Steuer-, Unternehmensberatung', 'Architektur- und Ingenieurbüros', 'Forschung und Entwicklung', 'Werbung und Marktforschung', 'Sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten', 'Veterinärwesen', 'Gesundheits- und Sozialwesen' und 'Kultur, Unterhaltung und Erholung'.

Dieser Definition entsprechen

    453.000 Personen.

Bewährt hat sich seit der LAE 2007 für die Freien Berufe Umsatzgrößenklassen zu quotieren. Die Verteilungen wurden Veröffentlichungen berufsständischer Organisationen und dem Unternehmensregister entnommen.

Es wird auch für die amtliche Statistik zunehmend schwieriger, Freie Berufe innerhalb des Mikrozensus eindeutig abzugrenzen, man denke z.B. an Steuerberatungs-GmbHs oder Rechtsanwalts-Kanzleien, die als GmbH organisiert sind, resp. Apotheken, die verstärkt dem 'Facheinzelhandel' und nicht dem 'Gesundheitswesen' zugeordnet werden. Zudem hat die schwieriger werdende Arbeitsmarktsituation dazu geführt, dass sich vermehrt ehemalige Angestellte und Hochschulabsolventen freiberuflich niederlassen – das führt zu einem nicht unerheblichen Anstieg. Ein weiterer Grund beruht auf der Umstellung der Wirtschaftszweig-Codierung von WZ 2003 auf WZ 2008. Daraus resultiert auch eine leicht veränderte Abgrenzung der Freien Berufe. Zum Tragen kommt dies in der LAE 2011, da erst der Mikrozensus 2009 abschließend umgestellt hat.

1.3.3 Leitende Angestellte [nach oben]

Bei der LAE 2011 wird über folgende Kriterien abgegrenzt:

  • Beschreibung der Tätigkeit als Leitende(r) Angestellte(r)
    'Angestellte mit selbständiger Leistung in verantwortlicher Tätigkeit oder mit begrenzter Verantwortung für andere' oder 'Angestellte mit umfassenden Führungsaufgaben und Entscheidungsbefugnissen'
  • Persönliches Monatsnettoeinkommen € 2.900,- und mehr

Der Mikrozensus 2009 in Kombination mit dem Mikrozensus 2007 weist für dieses Segment

    1.517.000 Personen

aus.

Die Pretests und Sonderauswertungen des Mikrozensus haben gezeigt, dass von den Befragten die Begrifflichkeiten 'umfassende Führungsaufgaben' und 'selbständige Leistung' nicht eindeutig zuordenbar sind. Auf eine entsprechende Angleichung an die im Mikrozensus ausgewiesenen Größenordnungen im Detail wurde daher verzichtet.

Besser geeignet für die Zielgruppenselektion ist die Stellung im Unternehmen:

  • Minderheitsbeteiligung: Mit-Inhaber/ Vorstand/ Geschäftsführender Gesellschafter
  • Geschäftsführer/ Vorstandsmitglied ohne Beteiligung am Unternehmen
  • Direktor/ Amtsleiter/ Betriebs-/ Werks-/ Filialleiter
  • Abteilungsleiter, Prokurist
  • Sachgebietsleiter/ Referent/ Leitender Angestellter in anderer Funktion

Für die oberste Führungsebene bis Direktor einschließlich ergab sich ein Anteil von 34% – die Zahl der Geschäftsführer resp. Vorstandsmitglieder wurde über ergänzende Zählungen von Wirtschafts-Auskunfteien validiert. Die beiden übrigen Gruppen der Abteilungsleiter und sonstigen Leitenden Angestellten (66%) wurden im Verhältnis 55 zu 45 aufgeteilt, damit flachen Entscheidungshierarchien ausreichend Rechnung getragen wird.

1.3.4 Beamte [nach oben]

Für die Beamten können aus dem Mikrozensus nur die auch für die Leitenden Angestellten geltenden Abgrenzungen herangezogen werden. Sie beschreiben im Sinne der Zielsetzung der LAE 2011 Entscheidungskompetenzen im Öffentlichen Dienst nur unzureichend.

Ein besserer Indikator ist die Besoldungsgruppe, die direkt der Personalstandsstatistik (Vollerhebung) entnommen werden kann.

Aufgenommen wurden in die LAE 2011 Beamte ab Besoldungsgruppe A14. Damit soll sichergestellt werden, dass aus dem Bildungsbereich nur Lehrer mit Funktionsstellen (wie Schuldirektoren, Fachbereichsleiter), also mit Entscheidungsbefugnis bei Anschaffungen, befragt werden konnten.

In der Grundgesamtheit der LAE 2011 sind die Beamten des mittelbaren und unmittelbaren Dienstes nach obiger Definition mit

    207.000 Personen

vertreten.

1.4 Grundgesamtheit: Größenordnungen [nach oben]

Entscheidungs-
träger
SelbständigeFreie BerufeLeitende Angestellte Beamte
In Tausend
Gesamt 2.6775004531.517207
Schleswig-Holstein982018546
Hamburg731015436
Niedersachsen236544112417
Bremen152372
Nordrhein-Westfalen5731089532149
Hessen237373714716
Rheinland-Pfalz12126176512
Baden-Württemberg443776027630
Bayern511807632332
Saarland3887222
Berlin10614275312
Brandenburg431311163
Mecklenburg-3899164
Vorpommern
Sachsen741920278
Sachsen-Anhalt3578156
Thüringen3616982

Aufgrund der vergleichsweise geringen Fallzahl kann es insbesondere bei den Hochrechnungen zu Rundungsdifferenzen kommen, so dass die Zahlen von den hier ausgewiesenen geringfügig abweichen können.

1.5 Feldarbeit [nach oben]

Zur Sicherung der Zielgruppen-Qualität wurde es den Interviewern ermöglicht, über die mit der Befragungs-Software mitgelieferten Adressen Kontakt- und Hauptinterview in einem Durchgang zu erheben, ohne dass die Screenings gesondert freigegeben werden mussten. Teilweise mussten daher Komplett-Interviews aus dem Datenbestand entfernt werden. Insgesamt hat sich das modifizierte Verfahren der Adressensteuerung und Quoten-Kontrolle bewährt.

Einheitlich für alle Institute wurde das Fragenprogramm inklusive der dazugehörigen Software von Czaia Marktforschung vorgegeben. Einschließlich Installationsroutine wurden die Laptops der Interviewer via Mail/ Modem mit der entsprechenden Software ausgestattet.

Kern der Feldarbeit war die zentrale Quotenverwaltung im koordinierenden Institut, so dass jederzeit von den Instituten Online kontrolliert werden konnte, wo noch Lücken vorhanden sind und wo bereits Quoten erfüllt resp. übererfüllt waren.

  • Schritt 1
    Screening (Interviewer)/ Hauptinterview
  • Schritt 2
    Elektronische Übermittlung an das Feldinstitut
  • Schritt 3
    Elektronische Übermittlung an das koordinierende Institut
  • Schritt 4
    Abgleich mit den Quoten im koordinierenden Institut und 'just in time' 'Akzeptanz'-Mail zurück an das Feldinstitut
  • Schritt 5
    Falls nur Kontaktinterview: Elektronische Rückmeldung an den Interviewer bezüglich Freigabestatus für das Hauptinterview

Zusätzlich wurden kontinuierlich Kontakt- und Hauptinterviews auf Dubletten innerhalb der einzelnen und über alle Institute geprüft und gegebenenfalls Interviews aus dem Datenbestand entfernt. Gemessen an der Gesamtzahl der freigegebenen Hauptinterviews war der Anteil der Dubletten vernachlässigbar gering – Beleg für die weitgehende Überschneidungsfreiheit der Interviewerstäbe und breiter Streuung der realisierten Stichprobe in der definierten Grundgesamtheit.

Selbstverständlich konnten nicht alle Kontakte resp. Hauptinterviews in die Datei aufgenommen werden. Von insgesamt 4.677 Befragungen wurden 520 abgelehnt, darunter 202 mit vollständigem Hauptinterview. Aus dem Datensatz entfernt wurden abgebrochene, doppelte und nicht der Qualitätssicherung entsprechende Interviews. Zu 14 Kontakt-Interviews konnte innerhalb der Feldlaufzeit die Hauptbefragung nicht mehr durchgeführt werden.

Zur Qualitätssicherung wurde für Selbständige mit unter 20 Beschäftigten als weiteres Qualifizierungskriterium der Anteil Voll- und Teilzeit-Beschäftigte resp. die Zahl mithelfender Familienangehöriger erhoben.

Bei Leitenden Angestellten wurde die zur Zeit ausgeübte Funktion über eine offene Frage erhoben. In Verbindung mit den anderen Angaben diente sie als weiteres Merkmal für die Entscheidung zur Zugehörigkeit zur Zielgruppe.

Nach den Erfahrungen der Vorgängerstudien stellt die korrekte Zuordnung des Wirtschaftszweigs seit jeher eine besondere Herausforderung an Interviewer und Befragten dar. Eine wesentliche Verbesserung wurde mit der Einführung des 'Branchenthesaurus' zur LAE 2007 realisiert. Bei der diesjährigen Erhebung wurde der Wirtschaftszweig auf Basis der Adresse eingeblendet, zusätzlich hatte der Interviewer die Möglichkeit den 'Branchenthesaurus' zu überspringen. Eine nachgestellte offene Abfrage musste aber in jedem Fall beantwortet werden. Nach Eingang des Interviews im Koordinierenden Institut fand eine 'just in time' Branchenüberprüfung und -codierung statt. 13% der Interviews wurden ohne Branchencodierung geliefert, bei insgesamt 46% wurde die Codierung geändert bzw. erweitert. Insbesondere diente dieser Erhebungspunkt auch zur Validierung der Freien Berufe, um z.B. Interviews mit Angaben wie Versicherungsvertreter usf., die nicht den 'klassischen' Freien Berufen zuzurechnen sind, aus dem Datenbestand zu entfernen.

Bei Leitenden Angestellten sind Überschneidungen zu den Selbständigen möglich (z.B. Geschäftsführende Gesellschafter). Um Fehlzuordnungen zu vermeiden, wurde das Kontaktinterview zusätzlich zu den Mikrozensusabgrenzungen erweitert um 'Geschäftsführer/ Vorstandsmitglied ohne Beteiligung am Unternehmen', 'Geschäftsführender Gesellschafter/ Vorstand mit Minderheitsbeteiligung/ Mehrheitsbeteiligung' sowie 'Alleininhaber/ Geschäftsführender Allein-Gesellschafter'.

Mehrheitsgesellschafter und Alleininhaber wurden – sofern es den Quoten entsprach – den Selbständigen zugerechnet. Zur Kontrolle wurden die Merkmale 'Rechtsform des Betriebes' und 'Betriebsgröße' herangezogen. Für die Leitenden Angestellten ist als Ergänzung auch die Zugehörigkeit zur Führungsebene 1 bis 4 resp. 'Andere' auswertbar.

Nach Eingang der Hauptinterviews im koordinierenden Institut wurden über unterschiedliche Prüfalgorithmen und unter Hinzuziehung von verfügbaren Angaben zu den Firmen (z.B. via Internet) die Daten in einem weiteren Durchgang auf Zielgruppen-Adäquanz überprüft.

Insgesamt konnten nach Abschluss der Kontrollen 4.143 Interviews in den Datenbestand aufgenommen werden. Somit ergibt sich für die LAE 2011 eine Basis von 14.093 Interviews.

In den Datenbestand konnten folgende Interviews aufgenommen werden:

GesamtCAPI/ CASICATI
Welle 2009
Feldzeit:24.10.2008 - 27.04.2009
Gesamt9.9508.1841.766
*IFAK2.5572.168389
*Marplan2.3181.929389
*Media Markt Analysen2.3541.954400
*TNS Infratest2.3512.133218
*Czaia Marktforschung370 - -370
Welle 2011
Feldzeit:29.09.2010 - 24.02.2011
Gesamt4.1433.503640
*IFAK2.0171.708309
*Media Markt Analysen1.7951.795 - -
*Czaia Marktforschung331 - -331

Anzahl der Gemeinden: 2.652

Die interaktive Quoten-Steuerung und die unterschiedliche Erfolgsquote führt zu institutsspezifischen Abweichungen von der Sollstruktur, so dass die Ergebnisniveaus zwischen den Instituten aus methodischen Gründen nicht vergleichbar sind.

1.6 Erhebungsprogramm Hauptstufe [nach oben]

Die genauen Frageformulierungen für die C.A.P.I.-Variante (ohne Standard Leserschaftsermittlungen) sind im Anhang zum Codeplan aufgeführt. Fragenprogramm, Listensatz (C.A.P.I./ C.A.S.I. und der analog aufgebaute C.A.T.I.-Fragebogen) stehen als PDF-Files unter www.LAE.de zum Download bereit.

Entsprechend den Konventionen wurden 'Die Welt' und 'Welt Kompakt' getrennt erhoben, aber als eine Einheit ausgewiesen, da sie nicht getrennt belegbar sind.


1.7 Aufbereitung und Auswertung [nach oben]

1.7.1 Datei [nach oben]

Durch die zuvor geschilderte Methode waren im koordinierenden Institut jederzeit die Daten aller Feldinstitute verfügbar. In Ergänzung zu den Kontrollen während der Feldlaufzeit wurden Plausibilitätsprüfungen vorgenommen und Auffälligkeiten gegebenenfalls korrigiert.

1.7.2 Recoding [nach oben]

Ein zentraler Punkt des BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) ist das Recht der so genannten 'informationellen Selbstbestimmung'. Dem haben die Verbände der Markt- und Sozialforschung in verschiedenen Richtlinien Rechnung getragen – das bedeutet, dass insbesondere die 'elektronischen' C.A.P.I./ C.A.T.I.-Fragebögen entsprechend gestaltet sein müssen. An jeder Stelle muss dem Befragten gestattet werden, eine Antwort zu verweigern, d.h. es sind 'K.A.'-Punkte vorzusehen. Dies gilt nicht für Quotenmerkmale – ein Kontakt- resp. Hauptinterview konnte bei Antwortverweigerung nicht realisiert werden.

Beim Jahresumsatz wurden fehlende Daten via Internet-Recherche nachgesetzt und in den Fällen, wo dies nicht möglich war, über Ähnlichkeitsvergleiche (u.a. Branche, Beschäftigten-Zahl) ergänzt. Bei den restlichen Fehlangaben handelt es sich in aller Regel um Unternehmen, bei denen ein Umsatz im herkömmlichen Sinn nur schwer oder nicht durch die Befragten – oder extern – bezifferbar ist (z.B. Caritas o.ä.).

Fehlende Angaben zum Jahresbrutto-Einkommen wurden in Abhängigkeit von den berufsbeschreibenden Merkmalen ergänzt.

Bei Montagsinterviews wurde der LpN (Leser pro Nummer) für Tageszeitungen unter Berücksichtigung der Kategorie 'gestern' und 'vorgestern' bestimmt, bei 'Financial Times Deutschland', 'Handelsblatt' und 'Welt Kompakt' wurden wegen börsentäglichen Erscheinens bei Sonntagsinterviews die Kategorien 'gestern' und 'vorgestern' und bei Montagsinterviews zusätzlich 'in den letzten 3 Tagen' einbezogen. Analog wurden die Feiertage bei der Berechnung des LpN für die Tageszeitungen berücksichtigt.

Zusätzlich zur Bestimmung des LpN wurden Zusammenfassungen von Befragungsinhalten recodiert – sie sind im Codeplan dokumentiert.

Neben der politischen Ortsgröße (ausgewiesen in der amtlichen Statistik und Quotenmerkmal) werden für eine zielgenaue Planung Agglomerationsgebiete gefordert. In Deutschland ist die BIK-Systematik zur Definition von Verflechtungsgebieten und Stadt-Umland-Beziehungen auf Gemeindeebene der Standard.

Dieses räumliche Gliederungssystem grenzt auf der Grundlage der Berufspendlerströme zusammengehörige Regionen ab. Zusätzliche Struktur- und Dichtemerkmale ermöglichen die innere Strukturierung der Regionen auf Gemeindeebene.

Das System wurde im Jahr 2000 bundeseinheitlich aktualisiert und steht für Markt-Media-Analysen zur Verfügung.

1.7.3 Personengewichtung [nach oben]

Zur Berechnung der Personengewichte wurde ein Iterationsverfahren eingesetzt, das zusätzlich Varianz, Maximum und Minimum der resultierenden Gewichte kontrolliert.

Die Teilbestände der C.A.P.I.- und C.A.T.I.-Interviews wurden gemeinsam gewichtet, da die Studienergebnisse weder durch die Erhebungsmethode beeinflusst sind noch nach dieser differenziert ausgewertet werden.

Die Befragungswellen wurden so aneinander proportionalisiert, dass die ungewichteten Fallzahlen den gewichteten entsprechen. Die vier Berufsgruppen wurden innerhalb der Befragungswellen an die Sollwerte angepasst.

Aktive Merkmale der Gewichtung sind

  • Berufsgruppen: Selbständige, Leitende Angestellte, Freie Berufe, Beamte
  • Merkmale zur Arbeitsort-Geografie: Nielsen-Gebiet, Bundesland, politische Ortsgröße
  • Alter, Geschlecht, Ausbildung des Befragten
  • Wochentag des Interviews, Befragungswelle
  • Für Selbständige: Anzahl Beschäftigte im Betrieb, Branchen-Zuordnung des Betriebes
  • Für Leitende Angestellte: Monatliches Netto-Einkommen, Anzahl Beschäftigte im Betrieb, Stellung im Unternehmen, Branchen-Zuordnung des Betriebes
  • Für Freie Berufe: Umsatz im letzten Geschäftsjahr, Branchen-Zuordnung der Tätigkeit
  • Für Beamte: Besoldungsgruppe
und Kombinationen aus diesen Merkmalen. Weitere Details zum Zellenplan der Gewichtung stellt die Geschäftsstelle der LAE auf Anfrage gern zur Verfügung.

Insbesondere bei Selbständigen und Leitenden Angestellten waren die Branchen-Zuordnungen nicht immer zweifelsfrei durch die Befragten festzulegen, zugelassen wurden daher Mehrfachnennungen. Für die Gewichtung wurde nur die 'Hauptbranche' herangezogen.

Die LpN-Bildung für Tageszeitungen basiert auf der Idee, dass die Interviewtage gleichmäßig verteilt sind. Es zeigte sich aber, dass eine vollständige Herstellung einer solchen Gleichverteilung durch Gewichtung problematisch ist, da die Werktage Mo-Fr in der Stichprobe als Interviewtag überproportional vertreten sind, an den Wochenenden, bedingt durch die spezielle Zielgruppe, unterproportional viele Interviews.

Deshalb wurde eine Annäherungslösung gewählt, in der der Anteil Werktag (Mo-Fr) zu Wochenendtag (Sa-So) anhand der ungewichteten Verhältnisse fixiert wurde und innerhalb der Werktagsinterviews diese auf Gleichverteilung gewichtet wurden.

1.7.4 Nutzungswahrscheinlichkeiten [nach oben]

Um die in der LAE erhobene Mediennutzung auch für Planungszwecke nutzen zu können, werden für die Print-Titel der LAE Nutzungswahrscheinlichkeiten (p-Werte) berechnet.

Das p-Wert-Modell der LAE nimmt an, dass die Klassen der Nutzungsfrequenz bestmöglich hinsichtlich des Planungsmodells differenzieren. Deshalb wird der p-Wert in der LAE innerhalb der Frequenzklassen eines Titels als Anteil des LpN an der jeweiligen Klasse bestimmt.

Teil der Modellvorstellung ist, dass häufigere Nutzer bezüglich der Frequenz auch eine höhere Nutzungswahrscheinlichkeit besitzen sollten. Dies ist in den Daten nicht immer der Fall. Tritt dies auf, werden Frequenzklassen zu größeren Gruppen zusammengefasst, so dass die beschriebene Bedingung wenigstens in diesen gilt.

Die p-Werte werden in den vier Berufsgruppen, zusätzlich spezifisch differenziert nach Untergruppen

  • Anzahl Beschäftigte im Betrieb für Selbständige und Leitende Angestellte
  • Stellung im Unternehmen für Leitende Angestellte
  • Branchen-Zugehörigkeit für Freie Berufe
  • Besoldungsstufe für Beamte
oder geografischem Nutzungsschwerpunkt des Titels, berechnet.

1.7.5 Aktualisierungsfusionen [nach oben]

Durch die gemeinsame Publikation von zwei Befragungswellen wurde es notwendig, neu in der zweiten Welle erhobene Informationen in den zuvor erhobenen Fällen per Fusion zu simulieren. Diese Strategie kommt bei der LAE 2011 erstmalig zum Tragen. Durch dieses Vorgehen können aktuelle Daten und Fragestellungen auch in einem rollierenden System für alle Befragten ausgewertet werden.

Die Aktualisierungsfusionen wurden in drei Schritten durchgeführt:

  • Zunächst werden die zu aktualisierenden Merkmale in Gruppen, die gemeinsam fusioniert werden können, eingeteilt. Hierbei spielen Ähnlichkeiten der Merkmale und zu beachtende Randbedingungen, wie Abfragefilter und starke Abhängigkeiten zwischen den zu übertragenden Merkmalen und weiteren, nicht an der Fusion beteiligten Merkmalen eine Rolle.
  • Im zweiten Schritt werden für jede durchzuführende Fusion gemeinsame Merkmale bestimmt. Hierfür werden aus allen nicht zu aktualisierenden Merkmalen diejenigen ausgewählt, die besonders stark mit den Fusions-Merkmalen korrelieren. Diese aufwändige Auswahlprozedur sichert den Erfolg der Aktualisierung ab.
  • Im dritten Schritt werden die Fusions-Merkmale übertragen. Hierbei kommt ein Fusions-Verfahren zum Einsatz, das die statistischen Verhältnisse der Spender berücksichtigt, da neben der klassischen Idee, jedem Befragten einen in den gemeinsamen Merkmalen ähnlichen Spender zuzuordnen, auch wahrscheinlichkeitsbasierte Kriterien in den Berechnungen zum Tragen kommen.